Zentrale Ergebnisse

Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse und Entwicklungen in den Bereichen Wohnen und Arbeit/Beschäftigung für das Jahr 2019 dargestellt:

Wohnen
  • Immer mehr volljährige Menschen mit Behinderungen sind beim Wohnen auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen. Ende 2019 erhielten 417.234 volljährige Menschen eine Wohnbetreuung in stationären Einrichtungen und in ambulant unterstützten Wohnformen. Das sind 9.826 Leistungsberechtigte mehr als ein Jahr zuvor, was eine Steigerung von 2,4 Prozent bedeutet.
  • Mehr als die Hälfte der Personen mit Leistungen zum Wohnen (52,1 Prozent) wurde 2019 in ambulant unterstützten Wohnformen betreut. In absoluten Zahlen: 200.025 Menschen mit Behinderungen lebten in einer stationären Einrichtung (ein Plus von 0,1 Prozent zum Vorjahr), 217.209 in ambulant unterstützten Wohnformen (ein Plus von 4,6 Prozent zum Vorjahr), darunter 3.029 volljährige Personen in Pflegefamilien (ein Plus von 1,4 Prozent zum Vorjahr).
  • Statistisch gesehen fand damit der Fallzahl-Zuwachs bei den Wohnhilfen nahezu vollständig im Bereich der ambulanten Wohnunterstützung statt.
  • Fast zwei Drittel der Menschen, die in einer Einrichtung stationär betreut wurden, waren Personen mit einer geistigen Behinderung (63,4 Prozent). Nahezu ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner von Wohneinrichtungen waren Menschen mit einer seelischen Behinderung (30 Prozent) und 6,6 Prozent haben eine körperliche Behinderung.
  • Rund 40 Prozent der Leistungsberechtigten im stationären Wohnen waren weiblich.

  • Der Anteil der Leistungsberechtigten mit ambulanter Unterstützung an der Gesamtzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Wohnleistungen ist in den letzten Jahren bundesweit stetig angestiegen und erreichte in 2019 einen Wert von 52,1 Prozent. Damit stieg die „Ambulantisierungsquote“ zum Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte.

  • Rund 31 Prozent der Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung, die eine Wohnleistung nutzten, wurden ambulant betreut. Bei den Menschen mit einer seelischen Behinderung betrug dieser Anteil 73 Prozent.

  • Die Menschen mit einer seelischen Behinderung stellten dementsprechend die größte Gruppe in den ambulant unterstützten Wohnformen (70,9 Prozent), gefolgt von Personen mit einer geistigen Behinderung (24,9 Prozent) sowie Menschen mit einer körperlichen Behinderung (4,2 Prozent).

  • Rund 47 Prozent der Leistungsberechtigten in ambulanten Unterstützungsformen waren weiblich.
  • 2019 gaben die Sozialhilfeträger für das stationär betreute Wohnen brutto rund 9,8 Milliarden Euro aus (inkl. soziale Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt
    nach dem SGB XII sowie tagesstrukturierende Leistungen im stationären Wohnen), das sind 400 Millionen Euro mehr als in 2018. Für die Betreuung in ambulant unterstützten Wohnformen wurden netto rund 2,3 Milliarden Euro ausgegeben (ohne existenzsichernde Leistungen), rund 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.


Arbeit und Beschäftigung
  • Ende 2019 waren bundesweit 316.095 Personen in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte, das sind 2.295 Personen bzw. 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
  • Im Arbeitsbereich der Werkstätten waren Ende 2019 insgesamt 278.600 Menschen beschäftigt, für die der Sozialhilfeträger zuständiger Leistungsträger ist.
  • In den Tagesförderstätten waren Ende 2019 insgesamt 37.525 Menschen beschäftigt.
  • 2019 wuchs die Zahl der Werkstattbeschäftigen um 0,6 Prozent. Die Zahl der Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten nahm dagegen deutlich um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.
  • Die Teilzeit-Quote im Arbeitsbereich der Werkstätten ist in 2019 auf 14,9 Prozent angestiegen (im Vorjahr 14,0 Prozent).
  • Die Gesamtausgaben für Werkstatt-Leistungen betrugen 2019 insgesamt 4,9 Milliarden Euro (ein Plus von 184 Millionen Euro oder 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die durchschnittlichen Fallkosten lagen bei 17.646 Euro (ein Plus von 567 Euro bzw. 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
  • Es wurden 1.477 Personen gemeldet, die zum Stichtag 31.12.2019 ein Budget für Arbeit (§ 61 SGB IX) erhielten.
  • Das Angebot der „Anderen Anbieter“ ist seit 2018 im Aufbau begriffen, hat jedoch gegenwärtig noch keine nennenswerte Bedeutung.
  • Für die Tagesförderstätten wurde im Jahr 2019 rund eine Milliarde Euro ausgegeben (ein Plus von rund 90 Millionen Euro bzw. 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr).