Zentrale Ergebnisse

Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse und Entwicklungen in den Bereichen Wohnen und Arbeit/Beschäftigung für das Jahr 2015 dargestellt:

Wohnen
  • Immer mehr Menschen mit Behinderung sind beim Wohnen auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen. Ende 2015 erhielten 395.393 Menschen eine stationäre oder ambulante Betreuung (inkl. Gastfamilien), 10.103 mehr als noch ein Jahr zuvor, eine Steigerung um 2,6 Prozent.

  • Etwas mehr als die Hälfte von ihnen wurde 2015 stationär betreut (rund 54 Prozent). In absoluten Zahlen: 211.963 Menschen mit Behinderung (Kinder und Erwachsene) lebten in einer stationären Einrichtung (ein Plus von 0,4 Prozent zum Vorjahr). Betrachtet man zum besseren Vergleich der Anteile zwischen ambulant und stationär nur die erwachsenen Menschen mit Behinderung, so liegt der Anteil der stationär betreuten Leistungsberechtigten bei ca. 52 Prozent.

  • Fast zwei Drittel der Menschen, die in einer Einrichtung stationär betreut wurden, sind Personen mit einer geistigen Behinderung. Ein gutes Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner von Wohneinrichtungen sind Menschen mit einer seelischen Behinderung und etwas weniger als ein Zehntel hat eine körperliche Behinderung.

  • 40 Prozent der Leistungsberechtigten im stationären Wohnen sind weiblich.

  • 2015 lebten in Deutschland 180.097 Menschen mit Behinderung ambulant betreut in einer eigenen Wohnung, 5,3 Prozent mehr als noch im Jahr 2014 (ohne 3.333 in Gastfamilien). Die Fallzahlen steigen somit weiterhin, der Zuwachs verlangsamt sich.

  • Der Anteil der Leistungsberechtigten mit ambulanter Unterstützung an der Gesamtzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Wohnleistungen (nur Erwachsene, ohne Kinder/Jugendliche) ist in den letzten Jahren bundesweit stetig angestiegen und erreichte in 2015 einen Wert von rund 48 Prozent. Damit steigt die sogenannte „Ambulantisierungsquote“ im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte.

  • Rund 29 Prozent der Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung, die eine Wohnleistung nutzen, wurden ambulant betreut. Bei den Menschen mit einer seelischen Behinderung betrug dieser Anteil 70 Prozent.

  • Die Zielgruppe der Menschen mit einer seelischen Behinderung stellt dementsprechend die größte Gruppe in ambulant betreuten Wohnformen (71 Prozent), gefolgt von Personen mit einer geistiger Behinderung (25 Prozent) sowie Menschen mit einer körperlichen Behinderung (4 Prozent).

  • Im ambulant betreuten Wohnen sind 47 Prozent der Leistungsberechtigten weiblich.
  • 2015 gaben die Sozialhilfeträger für das stationär betreute Wohnen brutto rund 9,1 Milliarden Euro aus (inkl. soziale Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII sowie tagesstrukturierende Leistungen im stationären Wohnen) und für das ambulant betreute Wohnen netto 1,7 Milliarden Euro (ohne existenzsichernde Leistungen).

Arbeit und Beschäftigung

  • Ende 2015 waren bundesweit 304.943 Personen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte, das sind ca. 2.900 Personen oder knapp ein Prozent mehr als im Jahr zuvor.

  • Im Arbeitsbereich der Werkstätten waren Ende 2015 insgesamt 270.782 Menschen beschäftigt, für die der Sozialhilfeträger Kostenträger ist.

  • Das Fallzahlwachstum geht kontinuierlich zurück. Von 2006 bis 2012 stieg die Zahl der Menschen in Werkstätten jährlich um 3 bis 4 Prozent. Seit 2013 liegt dieser Wert unter 2 Prozent und beträgt in 2015 gegenüber dem Vorjahr nur noch 0,9 Prozent.

  • Die Zahl der Werkstatt-Beschäftigten in Teilzeit steigt: Die Teilzeit-Quote im Arbeitsbereich der Werkstätten betrug 11,6 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent).

  • Die Gesamtausgaben aller deutschen Sozialhilfeträger für Werkstatt-Leistungen betrugen 2015 insgesamt 4,1 Milliarden Euro (ein Plus von ca. 200 Millionen Euro oder 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Fallkosten lagen bei 15.319 Euro (ein Plus von 616 Euro oder 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

  • Für den Bereich der Tagesförderstätten wurden im Jahr 2015 rund 770 Millionen Euro ausgegeben (ein Plus von ca. 40 Millionen Euro oder 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr).