Zentrale Ergebnisse

Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse und Entwicklungen in den Bereichen Wohnen und Arbeit/Beschäftigung für das Jahr 2017 dargestellt:

Wohnen
  • Immer mehr Menschen mit Behinderungen sind beim Wohnen auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen. Ende 2017 erhielten 413.179 Menschen eine stationäre oder ambulante Betreuung sowie eine Betreuung in Pflegefamilien, 9.238 mehr als ein Jahr zuvor, eine Steigerung um 2,3 Prozent. Darunter fallen auch 2.029 Kinder in Pflegefamilien (von 5.023 Leistungsberechtigten insgesamt). Ohne diese Zielgruppe liegt die Fallzahlsteigerung bei den bisher betrachteten Leistungen der Eingliederungshilfe bei 7.029 Leistungsberechtigten oder 1,8 Prozent

  • Etwas mehr als die Hälfte der Personen mit Leistungen zum Wohnen wurde 2017 stationär betreut (51,3 Prozent). In absoluten Zahlen: 211.950 Menschen mit Behinderungen (Kinder und Erwachsene) lebten in einer stationären Einrichtung (ein Minus von 0,1 Prozent zum Vorjahr). Betrachtet man nur die Leistungen für erwachsene Menschen mit Behinderungen, so liegt der Anteil der stationär betreuten Leistungsberechtigten bei 50,4 Prozent.

  • Fast zwei Drittel der Menschen, die in einer Einrichtung stationär betreut wurden, sind Personen mit einer geistigen Behinderung. Ein gutes Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner von Wohneinrichtungen sind Menschen mit einer seelischen Behinderung und etwas weniger als ein Zehntel hat eine körperliche Behinderung.
  • 40 Prozent der Leistungsberechtigten im stationären Wohnen sind weiblich.

  • 2017 lebten in Deutschland 196.206 Menschen mit Behinderungen ambulant betreut in einer eigenen Wohnung, 4,4 Prozent mehr als im Jahr 2016 (ohne 5.023 Personen in Pflegefamilien). Die Fallzahlen im ambulant betreuten Wohnen steigen somit weiterhin, die Zuwachsrate ist im Vergleich zu 2016 nahezu unverändert geblieben.

  • Der Anteil der Leistungsberechtigten mit ambulanter Unterstützung an der Gesamtzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Wohnleistungen (nur Erwachsene, ohne Kinder/Jugendliche und ohne Pflegefamilien) ist in den letzten Jahren bundesweit stetig angestiegen und erreichte in 2017 einen Wert von 49,4 Prozent. Damit steigt die sogenannte „Ambulantisierungsquote“ im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte.

  • Rund 30 Prozent der Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung, die eine Wohnleistung nutzen, wurden ambulant betreut. Bei den Menschen mit einer seelischen Behinderung betrug dieser Anteil ca. 70 Prozent.

  • Die Zielgruppe der Menschen mit einer seelischen Behinderung stellt dementsprechend die größte Gruppe in ambulant betreuten Wohnformen (70,6 Prozent), gefolgt von Personen mit einer geistigen Behinderung (25,3 Prozent) sowie Menschen mit einer körperlichen Behinderung (4,1 Prozent).

  • Im ambulant betreuten Wohnen sind 47 Prozent der Leistungsberechtigten weiblich.
  • 2017 gaben die Sozialhilfeträger für das stationär betreute Wohnen brutto rund 9,8 Milliarden Euro aus (inkl. soziale Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII sowie tagesstrukturierende Leistungen im stationären Wohnen), das sind ca. 380 Millionen Euro mehr als in 2016.
    Für das ambulant betreute Wohnen wurden netto rund 1,9 Milliarden Euro ausgegeben (ohne existenzsichernde Leistungen), rund 120 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Arbeit und Beschäftigung
  • Ende 2017 waren bundesweit 311.164 Personen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte, das sind 3.133 Personen bzw. 1,0 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
  • Im Arbeitsbereich der Werkstätten waren Ende 2017 insgesamt 275.110 Menschen beschäftigt, für die der Sozialhilfeträger Kostenträger ist.
  •  In den Tagesförderstätten waren Ende 2017 insgesamt 36.054 Menschen beschäftigt.
  • Nachdem das Fallzahlwachstum bei den Werkstätten in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist, stagniert es in 2017. Von 2006 bis 2012 stieg die Zahl der Menschen in Werkstätten jährlich um 3 bis 4 Prozent. Seit 2013 liegt dieser Wert unter 2 Prozent und in 2017 bei 0,8 Prozent – ein ähnliches Niveau wie bereits 2016. Dagegen wächst 2017 die Zahl der Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Die Teilzeit-Quote im Arbeitsbereich der Werkstätten ist in 2017 auf 12,3 Prozent leicht angestiegen (im Vorjahr 11,6 Prozent).
  • Die Gesamtausgaben für Werkstatt-Leistungen betrugen 2017 insgesamt 4,6 Milliarden Euro (ein Plus von ca. 251 Millionen Euro oder 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Fallkosten lagen bei 16.592 Euro (ein Plus von 788 Euro bzw. 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
  • Für die Tagesförderstätten wurden im Jahr 2017 rund 852 Millionen Euro ausgegeben (ein Plus von ca. 43 Millionen Euro bzw. 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr).