Zentrale Ergebnisse

Im Folgenden werden die wesentlichen Ergebnisse und Entwicklungen in den Bereichen Wohnen und Arbeit/Beschäftigung für das Jahr 2018 dargestellt:

Wohnen
  • Immer mehr volljährige Menschen mit Behinderungen sind beim Wohnen auf Leistungen der Eingliederungshilfe angewiesen. Ende 2018 erhielten 407.539 volljährige Menschen eine Wohnbetreuung in stationären Einrichtungen und in ambulant unterstützten Wohnformen. Das sind 8.306 Leistungsberechtigte mehr als ein Jahr zuvor, was eine Steigerung von 2,1 Prozent bedeutet.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Personen mit Leistungen zum Wohnen (51 Prozent) wurde 2018 in ambulant unterstützten Wohnformen betreut. In absoluten Zahlen: 199.745 Menschen mit Behinderungen lebten in einer stationären Einrichtung (ein Minus von 0,2 Prozent zum Vorjahr), 207.794 in ambulant unterstützten Wohnformen (ein Plus von 4,4 Prozent zum Vorjahr, darunter 2.987 volljährige Personen in Pflegefamilien (ein Plus von 6,9 Prozent zum Vorjahr).
  • Statistisch gesehen findet damit der Fallzahl-Zuwachs bei den Wohnhilfen vollständig im Bereich der ambulanten Wohnunterstützung statt. Zum zweiten Mal in Folge geht bundesweit die Zahl der Leistungsberechtigten in stationären Wohneinrichtungen – leicht - zurück.
  • Fast zwei Drittel der Menschen, die in einer Einrichtung stationär betreut wurden, sind Personen mit einer geistigen Behinderung (63,1 Prozent). Nahezu ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner von Wohneinrichtungen sind Menschen mit einer seelischen Behinderung (30,4 Prozent) und 6,5 Prozent haben eine körperliche Behinderung.
  • Rund 40 Prozent der Leistungsberechtigten im stationären Wohnen sind weiblich.

  • Der Anteil der Leistungsberechtigten mit ambulanter Unterstützung an der Gesamtzahl der Empfängerinnen und Empfänger von Wohnleistungen ist in den letzten Jahren bundesweit stetig angestiegen und erreichte in 2018 einen Wert von 51 Prozent. Damit steigt die „Ambulantisierungsquote“ zum Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte.

  • Rund 31 Prozent der Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung, die eine Wohnleistung nutzen, wurden ambulant betreut. Bei den Menschen mit einer seelischen Behinderung betrug dieser Anteil ca. 72 Prozent

  • Die Menschen mit einer seelischen Behinderung stellen dementsprechend die größte Gruppe in den ambulant unterstützten Wohnformen (70,2 Prozent), gefolgt von Personen mit einer geistigen Behinderung (25,6 Prozent) sowie Menschen mit einer körperlichen Behinderung (4,2 Prozent).

  • 47 Prozent der Leistungsberechtigten in ambulanten Unterstützungsformen sind weiblich.
  • 2018 gaben die Sozialhilfeträger für das stationär betreute Wohnen brutto rund 9,4 Milliarden Euro aus (inkl. soziale Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII sowie tagesstrukturierende Leistungen im stationären Wohnen), das sind ca. 330 Millionen Euro mehr als in 2017. Für die Betreuung in ambulant unterstützten Wohnformen wurden netto rund 2,1 Milliarden Euro ausgegeben (ohne existenzsichernde Leistungen), rund 142 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.


Arbeit und Beschäftigung
  • Ende 2018 waren bundesweit 313.108 Personen in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte, das sind 2.192 Personen bzw. 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
  • Im Arbeitsbereich der Werkstätten waren Ende 2018 insgesamt 276.452 Menschen beschäftigt, für die der Sozialhilfeträger Kostenträger ist.
  • In den Tagesförderstätten waren Ende 2018 insgesamt 36.656 Menschen beschäftigt.
  • Seit 2015 liegt das Fallzahlwachstum in den Werkstätten bei unter einem Prozent. 2018 wuchs die Zahl der Werkstattbeschäftigen im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent. Dagegen wächst 2018 die Zahl der Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Die Teilzeit-Quote im Arbeitsbereich der Werkstätten ist in 2018 auf 13,9 Prozent angestiegen (im Vorjahr 12,3 Prozent).
  • Die Gesamtausgaben für Werkstatt-Leistungen betrugen 2018 insgesamt 4,7 Milliarden Euro (ein Plus von ca. 164 Millionen Euro oder 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Fallkosten lagen bei 17.091 Euro (ein Plus von 495 Euro bzw. 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
  • Es wurden 355 Personen gemeldet, die zum Stichtag 31.12. erstmals ein Budget für Arbeit (§ 61 SGB IX) erhalten haben.
  • Im Betrachtungszeitraum 2018 haben die „Anderen Anbieter“ mangels entsprechender Angebote noch keine nennenswerte Bedeutung gehabt.
  • Für die Tagesförderstätten wurden im Jahr 2018 rund 914 Millionen Euro ausgegeben (ein Plus von 62,6 Millionen Euro bzw. 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

 

 

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